Mario Gmür. Meine Mutter weinte, als Stalin starb

Mario Gmür. Meine Mutter weinte, als Stalin starb

 
In den sieben Erzählungen von Mario Gmür lernen wir seine jüdisch-kommunistische Mutter im Zürich der 1950er-Jahre kennen und erfahren, wie es ist, als kleiner Junge die Weihnachtsferien im Irrenhaus zu verbringen. Wir kentern mitten auf dem Amazonas, lesen, was mit Elias Canettis Hosen und Max Frischs blonder Begleiterin passiert und welche Gemeinsamkeit alle Mörder haben.
 
Gmür arbeitet sich durch die kommunistische Vergangenheit seiner russisch-jüdischen Mutter und versetzt den Leser zurück in die Zeit des Kalten Krieges. Fast zärtlich erzählt er von den Tränen bei Stalins Tod und den Nachstellungen des Schweizer Geheimdienstes. Mit dem Großvater – dem in Russland die Schulausbildung untersagt worden war, was ihn nicht davon abhielt, später in der Schweiz Medizin zu studieren und die psychiatrische Klinik Rosegg zu leiten, obwohl er zeit seines Lebens »Sekundärarzt« blieb – setzt sich Gmür, selbst Psychiater, Psychotherapeut und Psychoanalytiker, ebenfalls auseinander. Er stellt Betrachtungen über Mörder an und konstatiert, dass ihnen allen eine einzige Eigenschaft gemein ist. In einer weiteren Erzählung beschreibt Gmür einen dramatischen Schiffbruch auf dem Amazonas, bei dem er seltsamerweise mit dem Leben davongekommen ist. Unbedeutende Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten wie Canetti oder Dürrenmatt spielen ebenso eine Rolle wie der Traum, Professor zu werden.
 
Mario Gmür vermag es in seinen sieben berührenden Erzählungen, dem Leser Aspekte seiner eigenen mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts aus einem höchst spannenden autobiografischen Blickwinkel näherzubringen. 
Autoreninformation
Gebunden,
224 Seiten,
12.5 x 19 cm
€ (D) 24.95 /
CHF 34.80 /
€ (A) 25.60
Artikelnummer: 978-3-905801-80-4
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