Beat Gloor. Wir verlieren hoch

Beat Gloor. Wir verlieren hoch

 
Hat Beat Gloor mit »staat sex amen« und »uns ich er« bisher Sprachbeobachtungen angestellt und Wörter getrennt, um neue Bedeutungen zu erhalten, so ist sein Schritt auf das literarische Parkett ein ebenso großer Genuss. Gloor beobachtet, sinniert, versteht, schreibt auf. Das Ergebnis ist ein Buch voller kleiner und zum Teil surrealer Reflexionen über das Leben.
 
»Wir verlieren hoch« besteht aus halb- bis mehrseitigen Miniaturen, die eine Geschichte erzählen, Überlegungen zum Kopfrechnen anstellen oder eine futuristische Welt zeichnen, in der Außerirdische Menschen für ihre Vermessungen einpacken und mitnehmen. Oder sie beschreiben eine Art Utopia, in dem alle glücklich sind. »Wir verlieren hoch« entzieht uns langsam den Boden der Rationalität und treibt ein cleveres Spiel mit Realität und Wahrnehmung. Gloor schafft eine durch alle Texte hindurch einheitliche, traumähnliche Stimmung, die langsam süchtig macht.
 
»Ich diskutiere mit einem kleinen Herrn auf der Hafenmauer. Er wird wütend und setzt sich ins Auto. Millimeter um Millimeter fährt er es an die Betonkante heran, bis es vornüberkippt und mit sinnlos über dem Wasser hängenden Vorderrädern zum Stehen kommt. ›Welcher der unzähligen Millimeter, die uns an den Abgrund heranführen, ist letzten Endes zu viel?‹, fragt er kopfschüttelnd. Ich zucke die Schultern, denn ich weiß die Antwort nicht. Es gibt Wirkungen, für die reichen ihre Ursachen einfach nicht aus.«
Autoreninformation
Gebunden,
264 Seiten,
12.5 x 19 cm
€ (D) 24.95 /
CHF 34.80 /
€ (A) 25.60
Artikelnummer: 978-3-905801-82-8
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