Am 15. September 1927 mit 3490 Gramm und einem Blechlöffel im Mund in Rüti/ZH geboren und als René Simmen registriert. Nach Schule und Lehre in Bern 1946 in Paris auf fliegengewichtige 51 Kilo abgemagert, dann, wiederum in Bern, bis 1953 drei Kilo angefuttert. Damit nach Zürich gezogen und dank Dreifachverdienst bis 1957 zwei Kilo zugelegt, gleichgewichtig geblieben auch noch (mit seiner zukünftigen Frau) bis 1959 in Paris. Jedoch, zurück in Zürich, im Werbegewerbe 25 Kilo Kummerspeck zugelegt und zum dicken Schwergewichtler aufgestiegen. Einnahmebedingt ab 1961 als Journalist, Bücherschreiber und Verleger zu einem 26er-BMI mit Blutdruck 80/120 gekommen und beides bis heute beibehalten. Ebenso gewichtig: seit 1960 mit Barbara, einer Zürcherin, verheiratet, drei Kinder; und im Sinne griechischer Philosophen als erfülltes Lebensziel (Haus gebaut, Baum gepflanzt, Sohn gezeugt, Buch geschrieben) erreicht: kein Haus gebaut, doch ein baufälliges renoviert, ein Dutzend (Obst-)Bäume gepflanzt (zumindest mitgeholfen), Sohn Daniel und betreffend Bücher: siehe Internet.
 
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Geneigte Leserin, geneigter Leser,
So sehr R. S. in obenstehender Autobiografie die Gesundheit (Gewicht/Blutdruck/Lebensumstände) zu Recht ins Zentrum des menschlichen Lebens stellt, so wenig ist »alles andere«, wie R. S. meint, »nur Nebengemüse«. Denn es sind gerade Nebensächlichkeiten, die eine Lebensgeschichte lesenswert machen: Angebranntes und zufällig Gelungenes, auch Dekorationen. Doch nein, so R. S., die Gründung des »Atelier-Theaters«, des »Berner Kunstkabinetts«, die Freundschaften mit Sergius Golowin, Bernhard Luginbühl, Daniel Spörri und so weiter sind für Außenstehende unerheblich und kaum erwähnenswert, auch nicht die Tätigkeit als Hilfslehrer an den Knabeninstituten in Vevey und Rolle sowie am Töchterinstitut La Châtelaine in St. Blaise/NE. Ebenfalls möge man sich die Erwähnung von R. S. als Zirkusdirektor beziehungsweise Präsident der »Eisparade 1952 – Die Eisrevue im Zirkuszelt« ersparen, wenn er auch mit einem 3000er-Tent (damals größer als dasjenige vom Zirkus Knie) durch die Schweiz tingelte. Dies ist übrigens in Walter Matthias Diggelmanns Roman »Das Verhör des Harry Wind« nachzulesen, jener Harry Wind, der »Fänsch« Farner und Boss einer Werbe- und PR-Agentur war, in der R. S. (nach Sorbonne und Assistenz bei Joseph Gilbert aîné, Librairie am Boulevard Saint-Michel in Paris) als Creative Director arbeitete. Erwähnenswert eventuell, dass R. S. Redakteur der Sport-Illustrierten Tip sowie des Globi war, dass er als Journalist über Jahre für den Ringier-Verlag Reportagen, für die Neue Zürcher Zeitung Ess-Kolumnen und für den Tages-Anzeiger Diverses verfasst sowie anderswo auch über Dada, Theater, Kunst und Handlesekunst geschrieben hat. Wenn schon, so R. S., wäre der Satz »René ist stets sauber und adrett« aus einem Schulbericht der Primarschulzeit als Besonderheit zu zitieren, ein Lob, wie es kaum je einem Bundesrat, Bankpräsidenten, Nobelpreisträger oder sonstwie Prominenten vorzuweisen gelänge.
 
Alexej R. Fitzsimmons